Stadtteilverein Rohrbach > Die Begrüßungsrede 2014

Kerwe 2014

Auszug aus der Begrüßung durch den Stadtteilvereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Fuchs

Die OB-Wahl

Eine Wahl steht ja noch an, die OB-Wahl. Und das ist für mich Anlass, an Sie alle zu appellieren, zur Wahl zu gehen. Denn diese Wahl wird spannend sein, obwohl es deutlich weniger Alternativen gibt als bei den Kommunalwahlen! Oft ist es so, dass bei Persönlichkeitswahlen, bei denen starke Alternativen fehlen die Wahlbeteiligung sehr niedrig ist. Das ist aber schlecht, denn zum einen sollte man auch dann nicht auf sein Wahlrecht verzichten, sondern durch die Stimmabgabe zeigen, dass einem dieses Recht wichtig ist. Zum anderen sollte man eine Alternative auch dann unterstützen, wenn man ihr nur wenig Chancen gibt oder aber, und das wird oft am wenigsten beachtet, man sollte die Arbeit eines erfolgreichen Oberbürgermeisters auch durch eine Stimmabgabe würdigen. Bitte gehen Sie also am 19. Oktober unbedingt wählen. Und wenn Sie Lust haben, kommen Sie am 2. Oktober, 20:00 Uhr hier ins Alte Rathaus. Da haben Sie Gelegenheit, mit Herrn Dr. Würzner zu sprechen, Fragen zu stellen oder ihm Anregungen mit auf den Weg zu geben. Stadtteilverein und punker laden unter dem Motto rorgespräche ein. Das Gespräch wird moderiert von Bernd Frauenfeld, Gerhard Peters und mir.

Hans-Jürgen Fuchs bei seiner Begrüßungsrede

Wünsche an die Politik

Wenn schon mal so viele Lokalpolitiker vor Ort sind, muss ich die Gelegenheit am Schopfe packen, diesen ein paar Wünsche mit auf den Weg zu geben. Keine Angst, ich fasse mich kürzer als letztes Jahr, mache keinen Rundumschlag, sondern möchte nur zu einem Punkt etwas sagen: Zur Förderung der Stadtteilkulturen.

Ja, ich sage bewusst: Kulturen, denn in einem Stadtteil, zumal in so einem großen wie Rohrbach, gibt es nicht die Stadtteilkultur, sondern viele unterschiedliche, die sich im schlimmsten Falle bekämpfen, im schlechten Fall ignorieren oder, wie das bei uns der Fall ist, wechselseitig stützen und fördern.

Stadtteilkulturen sind das, was wir heute machen, sind der Martinszug und der Volkstrauertag, ist die Arbeit der Chöre und der Schützen, die der Sportvereine und des Spielmannvereins, der Briefmarkensammler und der Kleintierzüchter, sind die Konzerte, die der punker im Ochsen oder der STV im Rathaus veranstaltet, das Weinfest, der Erlebniswanderweg und die Kunst im Weinberg … Ich könnte quasi endlos fortfahren.

Das alles erhält die Stadt zwar nicht zum Nulltarif, aber für vergleichsweise sehr, sehr, sehr wenig Geld. Wir sind nicht so anspruchsvoll wie manch anderer (Manfred Metzner), der einen städtischen Zuschuss von 50.000 Euro – immerhin in etwa so viel wie alle Stadtteilverein zusammen zur Zeit erhalten als Summe bezeichnet, mit der man bestenfalls Blumenkästen bestücken kann. Heide Kaltschmidt würde damit wahrscheinlich ganz Rohrbach bepflanzen. Und Kirchheim noch dazu.

Es ist also keineswegs so, dass wir keine Zeitung lesen. Wir wissen wohl, welche Gelder wohin fließen, Gelder um Dächer von Hallen zur reparieren, Bahnhöfe tiefer zu legen (nicht nur in Stuttgart) und Theater umzubauen. Hat man jemals gehört, dass wir uns beschwert haben? Nein, denn wir sehen diese Anliegen und tragen Sie mit. Jedenfalls solange die Wünsche nicht unmäßig werden.

Aber umgekehrt wollen wir auch, dass unsere Anliegen gehört werden. Denn wir schützen die Lebensqualität unseres Stadtteils mit immerhin 16.000 Einwohnern.

Zum Beispiel Rohrbach Markt. Der Umbau hat die Nahversorgung enorm gestärkt und die  Lebensqualität sowieso. Und der Umbau hier: Er ist bald vorbei und dann haben wir ein schönes, lebenswertes Zentrum in Alt-Rohrbach.

Aber zurück zu den Stadtteilkulturen. Es wird Zeit, eine kulturelle Offensive für die Stadtteile zu fordern, eine Offensive für die Stadtteilkulturen! Dabei geht es nicht darum, dass das Theater ein paar Stücke im Hospital zeigt, was ich toll finde, sondern darum, die vorhandenen Initiativen im Stadtteil stärker zu unterstützen und neue zu fördern. Nicht punktuell, sondern im Rahmen eines verlässlichen, klaren Gesamtkonzepts!

Das ist eine wesentliche Forderung von uns an die Kommunalpolitik in den nächsten Jahren!